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Augmented Reality

Virtual Reality im Museum

Klassische Museen finden viele Schüler langweilig. Virtual Reality oder Augmented Reality macht Ausstellungen interessant.

Ein Schüler steht im Frankfurter Städel Museum vor dem Bildnis einer jungen Frau. Der Schüler nimmt sein Smartphone heraus und hält es vor das Gemälde der Ausstellung. Die Gratis-Museums-App erkennt das Bild sofort. Sie arbeitet mit Augmented Reality und zeigt zusätzliche Informationen über das Bild an: über den Maler, seine Zeit und die Frau, die ihm Modell stand. Audio- und Videoinhalte können optional gestartet werden.

Augmented Reality im Museum

Die App mit der Bilderkennungsfunktion ist eines von mehreren digitalen Angeboten, die das Städel Museum in den letzten Jahren eingeführt hat. Der Nutzer kann damit nicht nur schnell und unkompliziert Wissenswertes zum Bild abrufen, sondern dieses auch in einer Favoritenliste speichern, zu Hause darauf zurückgreifen oder es sogar direkt als Kunstdruck bestellen. Formen von Augmented Reality wie diese nutzen weltweit bereits einige Museen.

Ein Beispiel aus den USA ist das Franklin Institute in Philadelphia, das im letzten Jahr die berühmte Terrakotta-Armee des ersten chinesischen Kaisers ausstellte. Mit einer AR-App konnten Besucher 3D-Darstellungen der Figuren abrufen, und sich bestimmte Teile – etwa die Waffe eines Armbrustschützen – gesondert mit weiterführenden Informationen anzeigen lassen.

Durch Virtual Reality zurück ins 19. Jahrhundert

Neben der Anwendung zur digitalen Bilderkennung entwarf das Städel Museum eine Virtual Reality-App. Mit ihr kann man dreidimensional erleben, wie sich die Ausstellungsräume den Besuchern im Städel Museum während des 19. Jahrhunderts präsentierten. „Wir suchten nach einem Weg, wie wir die Forschungsergebnisse über die historische Hängung der Gemälde vermitteln konnten und haben uns dazu entschlossen, das mittels VR-Anwendungen zu versuchen“,
sagt Chantal Eschenfelder, zuständig für Bildung und Vermittlung im Städel Museum. Der Erfolg überraschte die Museumsmacher: Rund 60 000 Mal wurde die App seit der Veröffentlichung 2016 heruntergeladen. „Wir haben sicher auch davon profi tiert, dass wir zu diesem Zeitpunkt eine von nur wenigen VR-Apps in den App-Stores waren“, sagt Eschenfelder. Als Buchveröffentlichung hätte nur ein Bruchteil dieser Zahl jemals diese Forschungsergebnisse gesehen, davon ist sie überzeugt.

Von didacta DIGITAL • Vincent Hochhausen • 02.10.2018

Virtual Reality im Museum

Die virtuelle Zeitreise ins Städel Museum des 19. Jahrhunderts kann man auf der Webseite zeitreise.staedelmuseum.de auch ohne Virtual Reality Brille nachvollziehen.

Im Projekt „ museum4punkt0“ unter der Leitung der Stiftung Preussischer Kulturbesitz entwickeln für sechs Kultureinrichtungen Konzepte zur digitalen Museumsbildung. Eine Übersicht über die Projekte gibt es auf: www.museum4punkt0.de

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