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Didacta Verband

Didacta Verband: der neue Präsident Theodor Niehaus

Am 17. Mai 2019 wählten die Mitglieder des Didacta Verbandes der Bildungswirtschaft Dr. Theodor Niehaus zum neuen Präsidenten. Sein Vorgänger Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis wurde Ehrenpräsident. Im Interview erklärt Theodor Niehaus, welche Schwerpunkte er in der Verbandsarbeit setzen möchte.

Herr Dr. Niehaus, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl zum Präsidenten des Didacta Verbandes der Bildungswirtschaft. Was hat Sie zu Ihrer Kandidatur bewogen?

Seit 25 Jahren bin ich mit der Bildungsbranche verbunden und habe bisher als Vorstand eines großen Bildungsunternehmens Innovationsimpulse setzen können. Diese Erfahrung möchte ich gerne weitergeben, jetzt aber in einem wesentlich größeren Kontext.
Unser Land braucht Innovationen, und diese entstehen in den Köpfen der Menschen. Daher ist unsere Branche, die Bildungsbranche, für die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Deutschland so elementar wichtig.

Wo sehen Sie die großen Herausforderungen für die Bildungswirtschaft in den kommenden Jahren?

Die gesamte Bildungslandschaft befindet sich in einem gewaltigen Transformationsprozess. Einerseits hat sich das gesellschaftliche Umfeld maßgeblich verändert. Andererseits durchdringt die digitale Transformation viele unserer Lebensbereiche und ganz besonders auch die Bildungslandschaft. Es kommt heute nicht mehr drauf an, Wissen zu transferieren, das kann man digital abrufen. Es geht vielmehr darum, wie man das Wissen vernetzt, richtig nutzt, gut verwertet. Kompetenzen wie Kreativität werden an Wichtigkeit massiv zunehmen. Weitere Chancen entstehen durch die Anwendung von Methoden der künstlichen Intelligenz. Diese Transformation eröffnet neue Chancen für die Bildungswirtschaft.

Wird die Digitalisierung das alles beherrschende Thema?

Digitalisierung eröffnet uns neue Chancen, aber schafft auch disruptive Elemente, die unsere Branche vor ganz neue Herausforderungen stellen wird. Es gilt, diese Veränderung zu gestalten, damit wir nicht von Amazon und Co. allmählich eingeschläfert werden, was ja in anderen Branchenbereichen bereits passiert ist. Um Bildungsprozesse zu stärken, werden kreative Kombinationen von analogen und digitalen Instrumenten nötig sein. Ziel der Bildungswirtschaft muss es sein, Bildungsqualität zu steigern – mit guten Produkten, Dienstleistungen und Fortbildungsangeboten. Diese werden zunehmend digitaler, aber nicht ausschließlich. Nehmen Sie beispielsweise die Start-ups, die auf der didacta und im Verband eine Heimat gefunden haben. Viele der neuen Ideen sind digital, doch auch bewährte Methoden und Instrumente spielen hier eine wichtige Rolle. Oder die außerschulischen Lernorte, deren Kern das Lernen mit allen Sinnen ist.

Wie sehen Sie die Rolle des Didacta Verbandes in diesem Prozess?

Im Didacta Verband bündeln wir die Interessen von Unternehmen aus allen Bildungssektoren, von der frühen Bildung über die Schule bis hin zur beruflichen Bildung und Weiterbildung. Wir verstehen uns als Dienstleister für diese Bildungsunternehmen und werden aktiv daran arbeiten, Dialogplattformen wie die didacta - die Bildungsmesse sowie unsere Zeitschriften und Online-Portale weiter auszubauen. Dafür sind wir gut aufgestellt: Im Zusammenspiel mit den Verbandsausschüssen, die große Teile des Bildungsmarktes fachlich abdecken, werden der Vorstand und das Team der Geschäftsstelle diese Aufgaben angehen. Auch das Netzwerk mit Partnern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft wird uns dabei wertvolle Unterstützung leisten.

Sie waren lange Jahre für Lehr- und Lernmittel in der beruflichen Bildung verantwortlich. Werden Sie auf diesen Bildungsbereich einen besonderen Fokus legen? 

Ich konnte in meinem Berufsleben in vielen Bildungsbereichen Erfahrungen sammeln, deshalb interessieren mich hier vor allem die Querschnittthemen wie die digitale Transformation und die Heterogenität von Lernenden, die alle Bildungssektoren durchdringen. Auch wenn eine Segmentierung der Bildungslandschaft in manchen Bereichen hilfreich ist, sollten wir zugleich die übergreifenden Megathemen angehen, die alle Bildungsbereiche gleichermaßen treffen. Dort sehe ich eher meinen Fokus.

 
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Dr. Theodor Niehaus

ist Experte für die berufliche Bildung in Deutschland und im Ausland. Der promovierte Ingenieur ist seit mehr als 25 Jahren in der Bildungsbranche tätig, vor allem im Bereich der Lehr- und Lernmittel für die berufliche Bildung. Der 63-jährige Niehaus war Vorstand der Festo Didactic SE und Gründer von WorldSkills Germany. Seit 17. Mai 2019 ist er Präsident des Didacta Verbandes.

Von didacta DIGITAL • Pressemitteilung Didacta Verband • 06.06.2019

Weitere Informationen

zum Didacta Verband und seiner Arbeit finden Sie auf www.didacta.de.

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