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Trends in der Berufsbildung

Trends: Digitalisierung, neue Inhalte, individualisiertes Lernen

Berufsbildung 2019: digitale Kompetenzen für alle, neue Lernformen, individuelles Lernen. Digitalisierungsfachmann Dr. Jan Peter aus dem Moore erklärt die neuen Trends in der Aus- und Weiterbildung.

Trend 1: Digitalisierung für alle

Viele Unternehmen gingen die digitale Transformation in den letzten Jahren zunächst in Form von Pilotprojekten, Showcases oder Lab-Formaten an, in denen sie bestimmte Nutzungsmöglichkeiten untersuchten – häufig ausgelagert vom normalen Unternehmensablauf. Jetzt kommen wir in die Phase, in der die Unternehmen die gewonnenen Erkenntnisse in ihre normalen Abläufe und Produktionsprozesse integrieren. Das wird sich auch auf die berufliche Bildung auswirken, denn der Personenkreis, der mit den digitalen Anwendungen arbeitet, weitet sich durch diesen Prozess deutlich aus und verschiebt sich von Experten und Hochschulabsolventen hin zur Breite des Mitarbeiterstamms inklusive Fach- und Produktionsmitarbeitern. Die Teilnovellierung der Metall- und Elektroberufe, die dieses Jahr beschlossen wurde, sieht daher die Möglichkeit von Zusatzmodulen für digitale Kompetenzen in der Ausbildung vor. Das bedeutet auch, dass die Betriebe zunehmend digitale Inhalte selbst vermitteln und didaktisch aufbereiten müssen.

Trend 2: Neue Inhalte und Lernformen in der digitalen Bildung

Dieser Prozess der Digitalisierung in der Breite schafft neue Möglichkeiten für digitale Lernformen. Es liegt nahe, digitale Kompetenzen, gerade wenn sie anwendungsorientiert sein sollen, mit digitalen Lernformaten zu trainieren. Das wird zum Beispiel beim 3D-Druck deutlich: Beim Arbeiten mit 3D-Druck müssen digitale Modelle des Fertigungsstückes erstellt werden, wer damit arbeitet, muss dies also beherrschen. Gleichzeitig eignen sich diese Modelle aber auch dazu, sie – mit entsprechender didaktischer Aufbereitung– in Trainingssimulationen einzusetzen. So verschränken sich die Digitalisierung der Arbeits- und Lernprozesse ganz natürlich.

Trend 3: Digitalisierung ermöglicht flexibles und individuelles Lernen

Digitale Lernanwendungen ermöglichen es, dass anwendungsbezogenes Lernen stattfinden kann, wenn es nötig ist. Digital unterstützte Formate, wie Microlearning und Blended Learning, bieten dafür erhebliche Vorteile gegenüber herkömmlichen Präsenztrainings. Das wird sich auch immer mehr in der Praxis der Unternehmen zeigen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch die Individualisierung des Lernens, also die Möglichkeit, Lernangebote spezifisch auf das Vorwissen und die Arbeitsanforderungen von Einzelpersonen auszurichten. Das bietet eine Möglichkeit, mit der immer größeren Heterogenität der Mitarbeiter umzugehen. Und das gilt nicht nur für den Weiterbildungsbereich: Auch in der Ausbildung gibt es das Bedürfnis, Ausbildungszeit effektiv
zu nutzen und Inhalte gezielt zu vermitteln.

Von didacta DIGITAL • Dr. Jan Peter aus dem Moore • 19.11.2018

Dr. Jan Peter aus dem Moore

ist seit diesem Jahr einer der drei Geschäftsführer der Cornelsen eCademy. Der gelernte Arbeitsmarktökonom war zuvor als Unternehmensberater tätig. Einer seiner Schwerpunkte ist die Auswirkung der Digitalisierung auf die Arbeitswelt und die berufliche Bildung.

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