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Umgedrehter Unterricht

Tipps für Flipped Classroom

Bei Flipped Classroom wird der Unterricht umgedreht: Schüler lernen zu Hause mit Videos Neues, im Unterricht machen sie Übungen. Zehn Tipps zum Kennenlernen, Umsetzen und Optimieren für den Unterricht.

Am Anfang vorhandene Videos einsetzen:
Um die Hemmschwelle und den Aufwand niedrig zu halten, ist es zu Beginn sinnvoll, vorhandene Videos im Internet, beispielsweise auf Youtube, zu suchen und diese im Unterricht einzubinden. Fühlt man sich mit dem Flipped-Classroom-Konzept sicher, kann man auch eigene Erklärvideos produzieren.

Rat von erfahrenen Flippern einholen:
Aller Anfang ist leichter, wenn man sich auf die Erfahrungen und den Rat anderer stützen kann. Vielleicht setzt schon ein Kollege das Konzept zum Flipped Classroom um oder man sucht online nach Lehrern, die bereits flippen. Einen kurzen Überblick gibt es auf: www.didacta-digital.de

Mit den Schülern üben, wie sie mit Videos lernen:
Bevor Schüler mit einem Video nach Hause geschickt werden, sollte man zunächst ein Video im Klassenverband ansehen. Anschließend wird besprochen, wie man sich Wissen mit einem Video aneignet, wie die Schüler sinnvoll Notizen machen und wie das neue Wissen hinterher angewendet werden kann.

Das Thema herunterbrechen:
Die eingesetzten Lernvideos sollten kurz und prägnant sein. Dazu eignet sich für den Anfang ein kleines, in sich geschlossenes Thema. Wichtig ist, dass die Ergebnisse am Ende einer Themeneinheit gesichert werden, beispielsweise mithilfe eines Fragenkatalogs oder Übungen.

Feedback von den Schülern geben lassen:
Gerade bei den ersten Versuchen mit Flipped Classroom sind Lehrer kritischer als ihre Schüler. Deren Meinung hilft, ihre Perspektive einzunehmen und das Flipped-Classroom-Konzept für den eigenen Unterricht zu optimieren. Schüler lernen so auch, kritisch mit Medien umzugehen und konstruktives Feedback zu geben.

Mehrmals ausprobieren:
Flipped Classroom ist eine Methode, die man an den eigenen Unterricht anpassen muss. Das braucht Zeit und Geduld und manchmal mehr als einen Anlauf.

Videoschauen kontrollieren:
Um sicherzustellen, dass Schüler das Videoschauen als ihre Hausaufgabe begreifen, sollten Lehrer sie bitten, währenddessen Notizen zu machen, das Video in eigenen Worten schriftlich zusammenzufassen oder selbst eine Beispielaufgabe zum Video zu formulieren.

Nicht zu hohe Ansprüche an sich selbst stellen:
Lehrer, die ihre eigenen Videos produzieren möchten, brauchen dafür nicht viel: Am Anfang reicht es, ein kleines Video mit einfachem Equipment aufzunehmen. Dabei ist es wichtig, dass das Thema verständlich erklärt wird und nicht, dass das Video professionell aussieht. Die Professionalität kommt mit der Erfahrung.

Den Unterricht schülerzentriert gestalten: 
Flipped Classroom fördert die Selbstständigkeit der Schüler. Sie vertiefen ihr Wissen eigenverantwortlich, sodass Lehrer hier Stück für Stück die Kontrolle abgeben können. Dadurch können Lehrkräfte besser auf individuelle Nachfragen während des Unterrichts und der Vertiefungsphase eingehen. Sie sind sozusagen die Lernbegleiter.

Die Erfahrungen mit anderen teilen:
Damit auch andere Kollegen angespornt werden, Flipped Classroom auszuprobieren, sollten Lehrer ihre Tipps und Materialien mit anderen teilen. So entstehen Verbündete, mit denen man sich austauschen kann.

Von didacta DIGITAL • Stephan Bayer • 15.03.2018

Stephan Bayer

ist Gründer und Geschäftsführer von sofatutor.com.  Die Lernplattform bietet Schülern und Lehrern 14 000 Lernvideos plus interaktive Übungen und Arbeitsblätter in allen Fächern für alle Stufen.

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