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Unterrichtskonzepte

Augmented Reality im Unterricht

Josef Buchner verwendet Augmented Reality, um die Motivation der Schüler zu fördern. Hier finden Sie eine Auswahl an Unterrichtsbeispielen und Erklärvideos.

Augmented Reality verknüpft die reale Umgebung mit virtuellen Elementen. Lehrer Josef Buchner setzt diese Technik ein, um die Motivation der Schüler zu fördern. Er unterrichtete fünf Jahre Schüler bis zur 8. Klasse an einem Gymnasium in Wien, seit September ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für ICT und Medien der Pädagogischen Hochschule St. Gallen in der Schweiz. Er schreibt seine Doktorarbeit über Augmented Reality – kurz AR. Bei AR, zu Deutsch erweiterte Realität, wird die reale Umgebung durch digitale Informationen in Form von Bildern, Texten oder Geräuschen angereichert. So funktioniert beispielsweise das Spiel Pokemon Go, in dem Pokemons in der realen Umgebung auftauchen. Augmented Reality wird bereits häufig in Museen eingesetzt.

So sieht AR-Unterricht aus

Martina* erweckt die Hexe zum Leben, als sie ihr Handy über das Schwarz-weiß-Bild hält. Die Hexe sitzt auf ihrem Besen, fliegt los. Gleichzeitig ertönt eine Stimme über  Martinas Handy und ein kleiner Präsentationsfilm startet, der die österreichische Hexenverfolgung vor knapp 600 Jahren erklärt. „Diese Bewegtbilder lösen einen Überraschungseffekt bei den Schülern aus“, sagt Geschichtslehrer Josef Buchner, der Augmented Reality in seinem Unterricht einsetzt. „Die Kinder haben Spaß daran, die Inhalte mit ihren Handys abzurufen.“

https://www.youtube.com/watch?v=zOa3HYbX1E8

So funktioniert Augmented Reality

AR-Umgebungen selbst erstellen

Buchner setzte Augmented Reality schon vor zwei Jahren in seinem Unterricht ein. „Ich war und bin immer auf der Suche nach neuen Innovationen, mit denen man den Unterricht verbessern und ihn kreativer und motivierender gestalten kann“, erzählt er. Zuerst habe er Flipped Classroom ausprobiert – umgedrehten Unterricht, bei dem die Schüler zu Hause selbstständig Neues lernen und im Klassenzimmer üben – danach sich mit Augmented Reality beschäftigt. Er weiß: „Man muss sich in die Thematik einlesen, erst dann kann man es in der Praxis anwenden.“ Lehrkräfte bräuchten aber keine Angst vor der Technik haben. Mit der App HP Reveal hat Buchner für den Geschichtsunterricht kostenlos und schnell AR-Umgebungen selbst erstellt. „Beispielsweise habe ich das Bild einer Hexe mit einem Video verbunden. Wenn die Kinder nun ihr Handy über das Bild halten, erwacht das statische Bild zum Leben und das Video startet.“ Voraussetzung ist, dass die Schüler auf ihrem Gerät die App installiert haben. Für die Unterrichtseinheit benötigt  Buchner eine Doppelstunde. An insgesamt acht Stationen hinterlegt er Bilder von der Hexenverfolgung des 16. Jahrhunderts. Zwei Schüler arbeiten zusammen und scannen das Bild mit dem Smartphone.

Wenn sie sich alle Videos angesehen haben, erhalten die Teams Aufgaben, die sie lösen müssen. Sie müssen beispielsweise ein Bild über die Hexenverfolgung im Internet suchen und analysieren. Dadurch wird ihre Methodenkompetenz in Geschichte trainiert: Wie sind historische Bilder aufgebaut, wer ist der Adressat und wer kann ein Bild manipulieren?

https://www.youtube.com/watch?v=1x_nxlPUEO8

Augmented Reality mit Aurasma

Augmented Reality: Nichts für Frontalunterricht

Diese Unterrichtsform sei laut Buchner nichts für Frontalunterricht, sondern für selbstorganisiertes Lernen und Projektarbeit. „Die Schüler gewöhnen sich daran, selbstständig Arbeitsaufträge zu erledigen und sich den Unterrichtsstoff durch Filme anzueignen“, fasst er seine Erfahrungen zusammen. Besonders die intrinsische Motivation – also die Motivation von sich aus heraus – werde dadurch gefördert. Und das führe zu  besseren Leistungen.

Buchner konnte diesen positiven Effekt auch bei  Lehrkräften beobachten. Bei Weiterbildungen, die er regelmäßig gibt, zeigt Buchner den Teilnehmern, wie er den Unterricht gestaltet und lässt Lehrkräfte selbst das Arbeiten mit AR  ausprobieren.

 

*Name von der Redaktion geändert

Von didacta DIGITAL • Tina Sprung • 20.09.2018

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