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Digitales Leben

Digitaler Wandel und Chancengleichheit: OECD-Studie

Die neue OECD-Studie "How's Life in the Digital Age" mahnt an: Alle Menschen sollten vom digitalen Wandel profitieren. Damit das möglich ist, müssen sie Zugang zu digitalen Medien und Technologien erhalten und lernen, sicher in der Online-Welt zu navigieren. Dazu benötigen sie eine Vielzahl von kognitiven und emotionalen Fähigkeiten.

Digitale Technologien können unser Leben verbessern, sie können aber auch soziale Ungleichheit verstärken und Chancen für Menschen verbauen, die nicht sicher in der Online-Welt navigieren. Zu diesem Schluss kommt eine neue OECD-Studie, die heute, am  26. Februar 2019, veröffentlicht wurde. Eine Mischung aus technischen, emotionalen und sozialen Fähigkeiten sind Voraussetzung dafür, dass die Menschen ihr digitales und reales Leben ausgewogen miteinander verbinden.

Der Bericht  How's Life in the Digital Age? nutzt die elf Dimensionen des OECD Better Life Index, um die Chancen und Risiken zu bewerten, denen Menschen aufgrund ihrer Erfahrungen mit dem Internet, mobilen Geräten, großen Datenmengen und künstlicher Intelligenz in verschiedenen Ländern ausgesetzt sind. Zu den Dimensionen gehören Einkommen und Vermögen, Arbeitsplätze und Einkommen, Gesundheit, Bildung und Qualifikation, Work-Life-Balance, gesellschaftliches Engagement und Governance, soziale Verbindungen, ökologische Qualität, persönliche Sicherheit, Wohnen und subjektives Wohlbefinden.

"Die digitalen Technologien haben die Art und Weise, wie wir arbeiten, konsumieren und kommunizieren, radikal verändert", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría. "Um sicherzustellen, dass die digitale Transformation auch unser Wohlbefinden verbessert, müssen wir Themen wie digitale Gleichheit, Kompetenz und Sicherheit angehen."

Die Auswirkungen der digitalen Technologien auf das Wohlbefinden der Menschen sind ambivalent und erstrecken sich über die meisten Dimensionen. Während beispielsweise in neuen Technologiesektoren Arbeitsplätze geschaffen werden, können Jobs in anderen Branchen wegfallen. Und wenn Telearbeit den Menschen mehr Flexibilität bei der Gestaltung ihres beruflichen und persönlichen Lebens ermöglicht, kann die ständige Erreichbarkeit die Sorgen der Menschen über ihre Arbeit außerhalb der Dienstzeiten erhöhen.

In sozialen Netzwerken sind Cyber-Bullying, Online-Belästigung und Hassreden zu ernsthaften sozialen Problemen avanciert. Die Nutzung digitaler Technologien erfordert daher eine Vielzahl von kognitiven und emotionalen Fähigkeiten. Ein Beispiel für eine solche "digitale Kompetenz" ist die kritische Bewertung von Informationen sowie eine strikte Selbstkontrolle, um eine digitale Abhängigkeit zu verhindern.

Die Studie bewertet die Chancen und Risiken der digitalen Transformation in den meisten OECD-Ländern anhand von 33 Indikatoren, die die Wohlfahrtsdimensionen abdecken. Zu den Indikatoren gehören beispielsweise: Lohnrenditen für IKT-Fertigkeiten, Kauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen im Internet, digitale Ressourcen in Schulen, Personen, die Missbrauch personenbezogener Daten erleben, und Arbeitsplätze, die von der Automatisierung bedroht sind. Die Studie stellt aber auch klar, dass die analysierten Indikatoren nicht alle Aspekte des Themas abdecken und weitere statistische Erhebungen erforderlich sind, um zu verstehen, wie sich die Digitalisierung auf unser Wohlbefinden auswirkt. 

Der Bericht mit Länderprofilen für Deutschland und andere OECD-Länder ist verfügbar unter: www.oecd.org/publications/how-s-life-in-the-digital-age-9789264311800-en.htm

Weitere Informationen über die Arbeit der OECD zur Better Life Initiative finden Sie unter: www.oecd.org/statistics/better-life-initiative.htm

Von didacta DIGITAL • Pressemitteilung des OECD Berlin Centre • 05.03.2019

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