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Weiterbildung digital

Berufliche Weiterbildung digital: Wieviel hängt an der Eigeninitiative?

Digitales Lernen: Die Studie Monitor Digitale Bildung der Bertelsmann Stiftung untersuchte sektorübergreifend, wieviel Eigeninitiative bei Lehrerinnen und Lehrern, Hochschuldozenten, Trainern und Kursleitern für die digitalen Weiterbildung tatsächlich notwendig ist - und ob sie solche Weiterbildungsangebote nutzen.

Die besten Lerntechnologien nützen wenig, wenn Lehrende sie nicht bedienen und so ihr pädagogisches Potenzial nicht ausschöpfen können. Der Schlüssel hierzu ist eine kontinuierliche Weiterbildung. Doch inwieweit nehmen Lehrer, Hochschuldozenten, Trainer und Kursleitende an solchen Angeboten teil?

In den Sektoren Schule, Ausbildung, Hochschule und Weiterbildung ist die grundsätzliche Weiterbildungsbereitschaft sehr hoch. Vor allem Formate, die mit einem geringeren Aufwand verbunden sind, wie das Selbststudium und der informelle Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, haben fast alle Lehrende mehrmals genutzt. Etwas geringer liegen hier die Werte bei den Hochschulen – 81 Prozent informeller Austausch, 84 Prozent Selbststudium – und in der Weiterbildung, 76 Prozent informeller Austausch, 83 Prozent Selbststudium.

Wie haben Sie die notwendigen Kompetenzen für den Einsatz digitaler Lernmedien in der Lehre erworben?

- die Nachfrage nach internen Angeboten wurde nur an Schulen und Weiterbildungseinrichtungen gestellt.

Ausbildung: n=271-280;  Hochschule: n= 579-593;  Schule: n=511-531;  Weiterbildung: n=228-234 |  Angaben in Prozent

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Fort- und Weiterbildungskurse, seien es externe oder intern organisierte Veranstaltungen, werden vergleichsweise häufig in der Weiterbildung – 56 Prozent aller Lehrenden mit mehrmaliger Nutzung – und in den Schulen genutzt. Gerade für Lehrerinnen und Lehrer wurden an vielen Schulen in letzter Zeit „Schulinterne Lehrerfortbildungen“, SchiLF, zu diesem Thema durchgeführt, was sich hier in den Nutzungsquoten interner Veranstaltungen niederschlägt – immerhin 58 Prozent der Lehrkräfte haben solche Angebote bereits mehrfach genutzt. Der Besuch externer Veranstaltungen, zum Beispiel von Landesinstituten, ist hingegen seltener. Deutlich geringer fällt die Teilnahme an Kursen und Veranstaltungen zum digitalen Lernen an den Hochschulen aus – möglicherweise auch wegen eines geringeren Kursangebots.

Die Notwendigkeit solcher Weiterbildungsangebote zeigt die niedrige Quote derer, die bereits in ihrer Ausbildung beziehungsweise in ihrem Studium  – mehrmals – etwas über die Nutzung digitaler Medien in Lehrveranstaltungen gelernt haben. In allen vier Sektoren liegen die Werte deutlich unter 50 Prozent, am niedrigsten bei den Hochschullehrenden mit 35 Prozent.

Fast alle Leitungskräfte in den vier Sektoren betonen übrigens neben den informellen Lernangeboten die Wichtigkeit von institutionalisierten Weiterbildungen. Hier besteht also noch eine recht große Lücke zwischen dem Anspruch der Führungsebene und der tatsächlichen Fort- und Weiterbildung der Lehrenden.

Fazit: Die meisten Lehrenden bringen Erfahrungen im informellen Lernen durch Selbststudium und kollegialen Austausch mit.  An Hochschulen bestehen offenbar die größten Defizite in der Nutzung entsprechender Weiterbildungsangebote. Lehrende an Schulen und Weiterbildungsakademien sind hier bereits deutlich aktiver. Doch generell könnte das organisierte Angebot an Weiterbildungen in allen Bildungssektoren größer sein, um die Medienkompetenzen der Lehrenden weiter zu verbessern.

Von didacta DIGITAL • Lutz Goertz für die Bertelsmann Stiftung • 23.04.2019

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